Archiv für~mit gefühl~

Komisch

Ich fühle förmlich, wie mein Inneres beginnt zusammenzurutschen. Die fröhliche Fassade bröckelt, keine Substanz mehr im hohlen Innenraum. Ich will das Leben anhalten und aussteigen aus diesem Karussell der täglichen Wahnsinnigkeiten. Ich stehe der Zeit erstarrt gegenüber und weiß sie nicht zu füllen. Nichts bringt mir Freude, nichts lenkt von meinen Gedanken ab, es arbeitet und zerbricht in mir. Ich werde still, ganz ruhig und stumm. Und frage mich, was die restlichen Tage des Jahres bringen werden. Keine Atempause mehr vorhanden, ab jetzt wird bis zum Ende durchgezogen.

Wieder einmal bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich mich frage, wo ich im Leben angekommen bin und wo ich stehen möchte. Wer bin ich? Ich beschreibe meinen Zustand gern als orientierungslos. Als ich heute an einem bestimmten Punkt in der Großstadt vorbei fuhr, kamen mir Erinnerungen und damit das Wort „unvollständig“ in den Sinn. Ich habe mich fünf Jahre lang vielleicht nicht überglücklich gefühlt, aber immer vollständig. Und jetzt…

Was ist es, was diesen besonderen Funken zwischen zwei Menschen ausmacht? Was entzündet ihn?

Weihnachten steht vor der Tür und nicht nur ich fühle mich unvollständig, sondern auch die Geschenkorganisation ist es. Das sind noch eine Menge Dinge, die in den nächsten zwei Tagen erledigt sein möchten. Doch mir fehlt im Augenblick die Energie dafür. Ich fühle mich so müde.

Ich lasse es geschehen, lasse mich treiben und hoffe immer nur, das es irgendwann wieder besser wird. Meine Gedanken fühlen sich schwer an und meinem Körper geht es nicht besser. Alles macht Mühe, nichts bringt Freude, die länger anhält.

Es fühlt sich wie ein Weglaufen an. Ich flüchte über die Feiertage zu lieben Menschen und versuche zu vergessen, zu verdrängen. Doch die Last auf meinen Schultern reist mit. Auch dort werde ich der Traurigkeit begegnen, den düsteren Gedanken, aber da wird ebenfalls die Ablenkung durch die Anderen sein.

Eigentlich…

… müsste ich mich hier mal wieder meinen ganzen Gedankenmüll runterschreiben, da hat sich soviel in den letzten Tagen angesammelt. Doch einerseits fehlt mir die Zeit dazu und zum andern will es mir nicht so richtig gelingen, die Gedanken zu greifen und für mich zu sortieren. Je mehr sich das Jahr dem Ende neigt, desto stiller wird es in mir und ich schiebe immer mehr immer weiter von mir weg. Mir fehlt die Lust am Leben und jeden Tag fällt es mir schwerer, einen Gedanken für mein „Glückstagebuch“ zu finden. Es ist nicht so, dass mir alles egal ist, aber die Gleichgültigkeit bestimmt die Augenblicke…

Naiv

Ich habe hier gerade das erste Mal einen veröffentlichten Beitrag gelöscht und überschrieben. Es war naiv von mir zu glauben, dass ein paar E-Mails und Telefonate den persönlichen Eindruck ersetzen können, um sich ein Bild von einem Menschen zu machen.

Ablage

Das Leben, in viele kleine Kartons und Schachteln gepackt, wirkt gleich viel aufgeräumter und ordentlicher. Auch wenn es in den Behältnissen selbst chaotisch aussieht.

Tag 21

* Ich hab grad so nen richtigen Glücklichkeitsrausch. Ich habe es geschafft, einen alten Sturkopf zu überzeugen, Anfang Juli nächsten Jahres einen Familienurlaub zu starten. Mit Frau, Kind, Mutter, Nichte und Kegel. Zu meiner Tante nach Rügen. :) Deshalb lieb ich meinen Onkel so sehr. Er schafft es, fünf Frauen gleichzeitig glücklich zu machen. ;)

* Ich zähle die Minuten und weiß schon jetzt, dass mir ein Telefonat bevorsteht, was Unmengen an Glückshormonen ausschütten wird. Noch mehr. Mehr geht langsam nicht mehr. Es läuft alles. Was sollte noch schief gehen? Ne ganze Menge. Mir wird heiß und kalt, wenn ich an Mittwoch denke. Vor Freude und vor Angst.

2×2 Stunden

Ich habe noch nie in meinem Leben so lange mit einem Menschen telefoniert. Und dabei soviel Spaß gehabt.

LXXVII

Kann man sich in jemanden verlieben, den man nicht persönlich kennt, aber bei dem man das Gefühl hat, ihn schon ewig zu kennen?

[The Primitives ~ Crash}

Sendepause

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich dort einen wunderschönen rosaroten Sonnenaufgang und vor mir liegen vier freie Tage abseits der hektischen Großstadt. Es wird mir hoffentlich gut tun.

Die rote Karte

Nun steh ich wirklich allein da, Verlierer an allen Fronten. Morgen ist ein neuer Tag, wieder einer mehr, den man überlebt hat… Es wird schon irgendwie und irgendwann wird es besser. Bis dahin heißt es, einfach nur den Kopf über Wasser halten und die Zeit rumbringen. Irgendwie.

Was bleibt.am Ende

Ein einziger schriller Schrei zerreißt meine Gedanken. Ich möchte das alles nicht mehr. Nicht mehr suchen nach einer Hand, die Wärme spendet und einem Menschen, der mich mit seinem Körper beschützt. Ich habe das Gefühl, in meinem Schmerz zu ertrinken und suche nach tröstenden Worten, welche nur an mich gerichtet sind. Ich suche die andere Hälfte von mir, die mich wieder Halt gewinnen lässt. Ich bin zu immer weniger Emotionen fähig und sterbe innerlich ab. Jeder neue Tag wirkt grauer, schmerzhafter und mühevoller. Keine Lust mehr aufzustehen, keinen Sinn mehr zu sehen in diesem alltäglichen Hamsterrad. Ist etwas verloren gegangen oder fehlt mir nur einfach etwas? Kein klarer Gedanke mehr in meinem Kopf, nur noch ein Taubheitsgefühl im Innern, welches sich wie körperlicher Schmerz anfühlt. Schmerzvoll verstummt.

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