Archiv für~mit gefühl~

Morgen…

…habe ich ein Gespräch mit dem Personalchef. Er bat mich um einen Besuch bei ihm, es geht um Umsetzung, das heißt einen Abteilungswechsel. Dabei ist meine Abteilung doch einzigartig, wie eine große und sehr verrückte Familie… Mal sehen, was es mit sich bringt.

Großprojekt Familie

Ich bin wieder da und habe ein großes Projekt mitgebracht.
Wieder einmal waren meine Eltern ein Thema an diesem Wochenende. Nun habe ich heute den Entschluss gefasst, sie in den nächsten Tagen anzurufen und einen Termin für eine Aussprache mit ihnen zu vereinbaren. Es wird sicherliche keine Versöhnung werden. Jedoch ist mir klar geworden, dass ich in einem Punkt nicht besser bin als sie - ich trage meinen Stolz vor mir her. Ich werde ihnen nicht zu Kreuze kriechen, sondern lediglich die Courage zeigen und mich dieser Problematik stellen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe mich bemüht. Ich werde versuchen, ihnen meine Sicht der Dinge zu formulieren. Ich besitze die Ruhe und habe keine großen Erwartungen an dieses Treffen. Wenn man eine Situation des Schweigens besitzt, hat man nichts zu verlieren. Manchmal komme ich mir vernünftiger und erwachsener als meine eigenen Eltern vor…

Ich werde im Herbst ein viertel Jahrhundert alt. Auf meinen Geburtstag folgt ein langes Wochenende. Ich plane, diese drei Tage in meiner Geburtsheimat zu verbringen - mit meiner Familie. Meine Großeltern, meine Onkels und Tanten, Cousins und Cousinen - alle komplett im Haus meiner Oma vereint, quasi eine Art Familientreffen. Ob meine Eltern dabei sein werden, ist für mich irrelevant. Nur der Gedanke einer eventuellen Abwesenheit meines Bruders versetzt meinem Herzen einen kleinen Stich. Zweieinhalb Monate vor meinem Geburtstag habe ich diesen Traum.

In der letzten Silvesternacht habe ich mir den Vorsatz genommen, mich in diesem Jahr meinen Problemen und Ängsten zu stellen - das habe ich bis jetzt nicht vergessen.

Ich…

… tu ja schon, was ich kann! Für mich. Ich versuche mich abends bei guter Musik zu entspannen. Ich habe viel neues Material zum hören. Dabei geht’s mir gut, ich verliere mich in den Melodien.

Jeden Tag auf Arbeit der gleiche Horror - durch Urlaubsvertretung ist lediglich Katastrophenmanagement möglich (ich müsste viel höher bezahlt werden, Managerqualitäten tun sich auf! ;-) ). Ich versuch den Frust ein bisschen abzubauen, indem ich mich bei meiner Kollegin auskotze, mit der ich zum Glück sehr gut auskomme.

Und ich habe ein Ziel! Donnerstag Mittag geht mein Zug nach Nirgendwo, da verschwinde ich bis Sonntag Abend aus der wilden Metropole, sperre die Welt für kostbare Stunden aus und tanke auf. Es geht zu meiner geliebten Familie. Hach, wie schön… :-)

Fratze

Immer öfter ertappe ich mich dabei, dass ich den Unterkiefer anspanne und die Zähne fest zusammenpresse. Schau ich dann in den Spiegel, erschrecke ich vor mir selbst: die Lippen völlig verkniffen, die Züge zu einer Maske erhärtet, blicke ich mich unfreundlich selbst an. Das bin doch nicht ich - ich schaue ja so gruselig abweisend wie die anderen Menschen täglich in der Bahn! Nun versuche ich jedesmal, wenn ich mich dabei erwische, die Mundwinkel zu entspannen und ein Lächeln aufzusetzen, das tut man eh viel zu selten - lächeln…

*

“Du besitzt jede Meile, die wir gefahren sind. Das ganze gelbe Land und die weißen Hügel und die Spreu im Wind und die langen Pappelreihen an der Straße. Du weißt, was du gesehen und was du empfunden hast, und es gehört dir.”

[Auszug aus "Der Garten Eden" von Ernest Hemingway}

Dabei denke ich an Rügen. Diese schöne Erinnerung wird ewig mir gehören.

*

[Fall Out Boy ~ Thanks for the memories}

Frust

Es gibt Bereiche in meinem Leben, die schaffe ich nicht in Worte zu fassen. Schon seit langem möchte ich hier etwas zu meiner beruflichen Situation posten oder auch einmal die Thematik mit meinen Eltern ausführlicher umreißen, doch ich schaffe es nicht. Diese Posts liegen als Entwürfe bereit, sind ellenlang, drehen sich im Kreise und treffen meiner Meinung nach nicht den Nerv dessen, was ich eigentlich ausdrücken möchte. Egal, wie lang ich an ihnen feile, sie werden nicht besser, sondern würden den Leser nur mit unnützem Zeug erschlagen. Sie wirken ungeordnet und emotionslos.

Eigentlich möchte ich nichts anderes, als dass sich jemand mal eine Nacht lang für mich Zeit nimmt und mich reden lässt. Nur mich. Ich möchte all diese ungeordneten Gedanken mal aus mir rausreißen, einen Abend lang meinen ganzen Seelenmüll und damit mein ganzes Leben vor den Füßen eines anderen auskippen. Ich weiß nicht, ob ich mich danach besser fühlen würde. Ich möchte einmal kein Blatt vor den Mund nehmen, keine befremdeten Blicke ernten wollen, sondern lediglich in den Arm genommen werden und einmal nur über mein Leben jammern dürfen. Einen Rundumschlag ausführen und sich auf hohem Niveau im eigenen gedachten Elend suhlen. Nicht einfach nur funktionieren und stark sein.

Das wäre verdammt egoistisch, die Welt dreht sich nicht nur um mich. Vielen anderen geht es deutlich schlechter. Pfui.

45min

Gestern. Heute. Fünfundvierzig Minuten Lachen. Am Telefon. Hinterher Bauchschmerzen. Was wird es werden?

Nein.

Bist Du glücklich in Deinem Leben?

Was es ist

Als wir uns eben verabschiedet haben, dauerte die Umarmung sehr lange. Auch wenn es bis zum Wiedersehen diesmal hoffentlich nur zwei Monate und keine fünf Jahre dauert, so fiel das Abschiednehmen doch sehr schwer. Ich kann nicht in Worte pressen, was uns verbindet- nur, dass uns diese herzlichen Bande bereits seit achtzehn Jahren verbinden…

XLI

Dieser Song ist der Hammer. Gänsehaut und Herzklopfen. Ich schaue aus dem Fenster und sehe, wie der Wind durch die Baumwipfel fegt. Ich höre fasziniert diesem Lied zu, die Blätter rascheln und rauschen im Hintergrund. Ich schließe die Augen, breite in Gedanken die Arme aus und stelle mir vor, wie ich auf dem Gipfel eines Berges stehe, die Sonne scheint, schaue auf die Wolken hinab und fühle mich frei.

Ich sehe aus dem Fenster und der Schmerz bohrt sich in mein Herz.

[Metallica ~ Bleeding me}

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