Archiv fürAugust, 2009

Ich bin dann mal weg…

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal zehn Tage am Stück an einem Urlaubsort verbracht habe. Von den Besuchen bei meiner Familie abgesehen, habe ich meist maximal vier Tage Aufenthalt gehabt, bevor es weiter oder zurück ging. Nun sind es nur noch wenige Stunden, die mich von anderthalb Wochen Aufenthalt auf Rügen trennen und ich merke, wie sich der Knoten in meinem Inneren immer mehr löst und ich mich beginne zu freuen. Ich habe mich binnen kürzester Zeit in diese Insel verliebt und kann es kaum abwarten, sie mit meinem Liebsten zu teilen und in aller Ruhe weiter zu entdecken.

möwen

~ Rügen ~

Berliner Idiotie

Verstehe wer will – ich jedoch nicht. Jeder, der in Berlin bereits wiederholt mit den manchmal sehr aufdringlichen Fensterputzern zu kämpfen hatte, weiß den praktischen Nutzen des Aufklebers zu schätzen. Das daraus solch eine große Sache gemacht wird, verstehe ich beim besten Willen nicht.

Ersatzmama

Meine Tante ist eine wunderbare Person. Ab Sonntag werden wir zehn Tage gemeinsam verbringen, soviele hintereinander wie noch nie. Wir haben uns erst vor knapp anderthalb Jahren kennengelernt, da sie mit ihrer Schwester und ihren Eltern – also meiner Mutter und meinen Großeltern – keinen Kontakt hat. Ihr Bruder – mein Onkel – hat uns zusammengeführt. Meine Tante ist die älteste von den drei Geschwistern. Sie war die Rebellin, meine Mutter die Ausgleichende und mein Onkel das Nesthäkchen.
Sie heißt inzwischen mit Nachnamen witzigerweise so wie die Stadt, in der ich lebe. Wir verstanden uns von der ersten Sekunde an, es war „Liebe auf den ersten Blick“. Wir trafen uns das erste Mal halb zwei in einer Frühlingsnacht, im Hintergrund ein Froschkonzert vom nahe gelegenen Teich, wie ich es noch nie gehört habe. Wir verbrachten die ersten Stunden bis zum Sonnenaufgang auf ihrer Terasse vor dem Haus, mit einem nie endenden Becher Rotwein in der Hand, und redeten, als wenn wir uns schon immer gekannt hätten.
Sie ist eine wundervolle Frau voll Wärme, dem richtigen Händchen für Geschmack und Anstand und geht doch ihren eigenen Weg. Als ich im Juli mit dem Bruder meines Vater bei ihr gewesen bin, welcher eine ähnliche Rolle in der Familie väterlicherseits gespielt hat, war diese spontane Sympathie und Vertrautheit auch zwischen den Beiden zu spüren. Wir alle drei haben eines gemeinsam – wir sind die sogenannten „Schwarzen Schafe“ in der Familie. Weil wir unseren eigenen Weg gehen. Und das schönste Gefühl, welches uns durchströmte – wir sind glücklich damit, auch wenn es manchmal nicht einfach ist.

Wir sehen uns erst zum dritten Mal in unserem Leben, doch sie behandelt und betrachtet mich wie eine zweite Tochter. Das macht mich stolz und glücklich. Sie kann einem Menschen generell das Gefühl geben, sich wohl zu fühlen und zu genießen. Sie öffnet einem den Blick für die kleinen Dinge im Leben und lässt einen spüren, dass sie jemand ist, der seine innere Ruhe und den Weg für sich selbst gefunden hat. Wenn die schönen Tage dann bei ihr vorbei sind und man abreisen muss, fühle ich mich aufgebaut und gestärkt. Sie ist intelligent und hat die gleiche Weise zu denken. Ich schätze ihre Meinung, da ich weiß, sie ist gut durchdacht. Wenn man von ihr wegfährt, ist man voll Tatendrang und behält jedes Mal ein bisschen mehr von ihrem offenen Blickwinkel im Gedächtnis.

Verquer

Stumm schaue ich mir die Welt um mich herum an. Sie rennt und schreit, sie ist laut und dumm.

Ich finde keine Melodie, welche die Stille in meinem Kopf füllt.

Meine Gedanken gleichen einer Kreuzung, an der die Ampeln ausgefallen sind. Alles steht still, keiner kommt voran, sie drängeln und stehen sich gegenseitig im Weg, und doch wollen alle gleichzeitig ihr Ziel erreichen.

Ausgebremst

Manche Situationen dauern nur einen Herzschlag lang an und doch besitzen sie genügend Intensität, um einem die Zerbrechlichkeit des eigenen Daseins vor Augen zu führen. Jeder Tag bietet dem Leben 86.400 Sekunden Gelegenheit, in denen es einem Querschläger gleich von einem Augenblick auf den anderen alles verändern oder schlimmstenfalls beenden kann. Dieses Bewusstsein ist ein ständiger Begleiter, mal ist es Freund, mal ist es Feind und am  liebsten möchte man es nie wahrhaben.
Doch in solchen Sekunden, wo die Autohupen schrillen und die Straßenbahn eine Vollbremsung macht, ist man besonders dankbar, dass der Kelch der Endlichkeit an diesem Tag wieder einmal an den geliebten Menschen und an einem selbst vorüber gegangen ist – in dem Bewusstsein, was hätte sein können.

Das kleine Arschloch

Arroganz und Desinteresse beschreiben die Einstellung meines jüngeren Bruders mir gegenüber am besten. Ich könnte kotzen. Ich bin kein Freund von Kraftausdrücken, aber anders kann man es nicht mehr beschreiben. Es ist zum Heulen.

Man vergisst.

All die flüchtigen Momente, die im Augenblick des Erlebens eine kleine Ewigkeit andauern.

Eigentlich keine Art

Eigenartig
wie das Wort eigenartig
es fast als fremdartig hinstellt
eine eigene Art zu haben

Erich Fried

LXVIII

Glückliches Händchen

Mein Liebster sagt immer, ich könne aus Scheiße Gold machen. Er staunt jedes Mal aufs neue, wie ein einfaches Geschenk zu einem seiner Ansicht nach kleinem Kunstwerk wird. Ich glaube, man kann dem Beschenkten durch eine liebevolle, ansprechende Präsentation die entsprechende Wertschätzung vermitteln, die man ihm entgegenbringt. Auch wenn das Geschenk selbst sehr einfach gehalten ist.

Spaßwasser deluxe

Partywasser deluxe

Der Geburtstagsgastgeber ist Teil der „Rock im Park“-Reisetruppe und es gibt eine hübsche Anekdote zum Stichwort „Partywasser“. Nun steckt also ein simples Tetra-Pak mit stinknormalem Quellwasser in dieser hübschen Verpackung, doch ich bin mir sicher, es wird ihm gefallen. :)

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