Bin ich eigentlich das einzige Schaf in der Herde, welches nicht im Chor blökt?! Ich verstehe die ganze Aufregung um die geplante Sperrung von Seiten mit kinderpornographischem Inhalt nicht. In meinen Augen geht es dabei keinen Deut um Zensur, sondern um ein Zeichen.
Ich weiß nicht, wievielen von denen, die sich gegen die Sperrung dieser Seiten aussprechen, wirklich bewusst ist, was Kinderpornographie bedeutet und wie sie sich wortwörtlich bildlich darstellt. Es handelt sich dabei um Internetseiten, auf welchen Bilder und Videos verbreitet werden die zeigen, wie Babys, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche missbraucht werden. An den Kindern werden sexuelle Handlungen vorgenommen, welche im Normalfall beim Betrachter nicht nur ein starkes Ekelgefühl hervorrufen, sondern auch enormen Schaden an der kindlichen Seele anrichten. Sie werden zur Penetration und Manipulation mit und an Erwachsenen gezwungen. Wer einmal die Gelegenheit hatte, solches Bildmaterial o.ä. zu sehen, vergisst das nicht so schnell.
Bei der Sperrung der einschlägigen Webseiten geht es in meinen Augen nicht um die Einschränkung persönlicher Rechte, sondern um den Schutz der Kinder. Es soll ein Zeichen gegen Kinderpornographie darstellen und keine Bevormundung. Dass sich dabei so manch technische Tücke und Lücke nicht vermeiden lässt, mag die eine Sache sein, eine andere die ungeschickte Formulierung der Politiker, welche zudem mehr oder weniger zahlreiche technische Wissenslücken offenbart. Doch warum jaulen alle auf, wenn es um die Sperrung eben jener Webseiten geht? Warum fragen wir uns nicht, warum solche Seiten immernoch frei zugänglich sind? Wir sind uns doch alle einig, dass gegen Kinderpornographie vorgegangen werden sollte, warum missbilligen wir dann diesen einen Schritt? Sicher, es stellt nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar, auch wenn in Hilfseinrichtungen, Jugendämtern und Strafverfolgungsbehörden dringend finanzielle Mittel benötigt werden, um den Opfern zur Seite zu stehen und die Täter strafrechtlich zu verfolgen. Warum schließen wir uns dem nicht an, spielen den Ball zurück an die Politiker und fordern gleichzeitig weitere Schritte für den Schutz unserer Kinder ein? Zum Beispiel die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Seit Jahren schieben die Parteien dieses Thema vor sich her, immer wieder entzünden sich Diskussionen. Bereits vor geraumer Zeit lautete ein Änderungsvorschlag folgendermaßen:
„Jedes Kind hat ein Recht auf Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit, auf gewaltfreie Erziehung und auf den besonderen Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung und Ausbeutung. Die staatliche Gemeinschaft achtet, schützt und fördert die Rechte des Kindes und trägt Sorge für kindgerechte Lebensbedingungen.“
Denn aus genau diesem Zusatz ergibt sich auch der Hintergrund der geplanten Sperrungen betreffend kinderpornographischer Seiten im Internet – es geht nicht um uns, sondern um missbrauchte Kinder. Es schränkt uns nicht in unseren Freiheiten ein und es nimmt uns keine Rechte, sondern es ist ein Symbol für den Schutz von Kindern.