„Benny und Joon“ – einfach bezaubernd.
Archiv fürOktober, 2008
Wahnsinn
In manchem Momenten frage ich mich – wofür lohnt es sich zu leben? Dann prallt all der Wahnsinn der Menschen, all die Bizarrerie dieser Gesellschaft mir wie ein Brett vor den Kopf und ich habe das Gefühl, das Leben erdrückt mich, nimmt mir für einen Moment die Luft. Dann stehe ich vor einer Wand, möchte die Tür finden, die mich endlich erlöst und hinaus in die Freiheit entlässt.
Wunschlos weit weg
Ich wünschte, ich könnte ein Instrument spielen, dann würde ich den Schmerz aus meiner Seele heraus komponieren.
Ich wünschte, ich könnte malen, dann würde der Pinsel ein Abbild meiner Gedanken erschaffen.
Ich wünschte, ich könnte glauben, dann würde ich in eine Kirche gehen und Vertrauen spüren.
Ich wünschte, ich könnte wieder ruhig einschlafen, dann würde mein Körper nicht mehr so müde sein.
Ich wünschte, ich könnte fliegen wie ein Vogel, dann würde ich die Welt hinter mir zurücklassen.
Alles würde so klein wirken, so unbedeutend. Unbeschwert durch die Lüfte segeln, die warmen Sonnenstrahlen spüren und die rastlosen Wolken unter mir davonziehen sehen.
Ich wünschte, ich könnte ausbrechen, wie ein Tier aus seinem Käfig.
Ein Hilferuf
Es ist ein Hilferuf von ihm. Seiner Beziehung droht das Ende. Vier Jahre – nun sagt ihm meine Nachfolgerin, dass er sie anekeln würde. Das hat er nicht verdient…
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich weiß nicht, ob ich das kann. Aber ich weiß, er braucht mich.
Verhext
Am Wochenende habe ich lange auf sein Bild geschaut und mich gefragt, was er jetzt wohl macht, wie es ihm geht, ob er mit seinem Leben glücklich ist.
„Sie haben eine Nachricht von [~*].“
Wir haben fast auf den Tag genau seit einem Jahr nichts mehr voneinander gehört. Vor neun Jahren war er der Mann in meinem Leben, seit knapp fünf Jahren gehen wir getrennte Wege.
Nun das. Und ich trau mich nicht, die Nachricht zu öffnen.
[...}
Wenn ein Mensch in den Spiegel sieht, glättet er jedesmal sein Gesicht und sucht ihm den freundlichsten Ausdruck zu geben.
Möchte er sich doch erinnern, daß alle Menschen, denen er auf der Straße begegnet, in Bezug auf ihn Spiegel sind!
Christian Friedrich Hebbel
Konsum
Ich muss mich grad mächtig zusammennehmen, um nicht ein Paar hinreißende Handschuhe zu kaufen. Für zwanzig Euro. Ich kämpfe sehr mit mir. Mit Stulpen. Sie sehen so weich aus. Reine Schurwolle. Aaargh.
Verwirrt
Wieviele Männer kann man im Herzen tragen? WIeso ist der Eine bereits verheiratet, der Andere in einem entscheidenden Punkt das genaue Gegenteil von einem selbst? Und wieso hat der Mann an der eigenen Seite alles – nur nicht ein bisschen was von den anderen Beiden?
Uffz
Plötzlich stand er in meinem Arbeitszimmer. Er besuchte mich, einfach so. Stand da und grinste mich an. Wir haben uns aus zeitlichen Gründen seit vielen Monaten nicht mehr gesehen.
Er hat mich mit seinen Augen verschlungen. Sein Blick irrte zwischen meinen Augen und meinem Körper hin und her. Er widerstand damals der Versuchung. Und doch ist es wie ein stilles Verständnis – wären wir uns nur ein paar Jahre früher begegnet… Dieser Mann fasziniert mich immer wieder.




