Archiv fürAugust, 2008

Gescheitert

Zweieinhalb Stunden gegeneinander anreden.

Sie waren es leid. Sie stellen Forderungen und lehnen es ab, auf Kompromisse einzugehen.

Nun mache ich mir Gedanken, ob ich eine schlechte Tochter bin. Warum nagen an mir die Zweifel und nicht an ihnen?

Ich verstehe die Welt nicht. Ich begreife nicht, wie man so verschieden sein kann. Sie leben in ihrer eigenen Welt und wollen die meine nicht verstehen.

Es ist, als wenn ich gegen eine Wand anrenne und die Tür einfach nicht finden kann. Ich will das nicht mehr. Wie kann man so ignorant und völlig von sich selbst überzeugt sein?

Nun frage ich mich, ob ich sie noch hasse oder ob sie mir bereits egal sind. Aber ein tiefer Schmerz wird es immer bleiben. Die eigenen Eltern verschwinden niemals spurlos aus dem Leben – sie hinterlassen immer eine große Narbe, die hin und wieder schmerzt.

Puuh…

Kakteen umtopfen ist gar nicht so einfach. Und die Wurzeln von Orchideen sehen komisch aus… ;-)

Reisefieber

Dieses Jahr habe ich bereits knapp 4600 Kilometer mit dem Auto oder der Bahn auf Reisen hinter mir gelassen. Und in den nächsten Wochen kommen noch einmal etwa 3300 Kilometer dazu.

Zum Wohle des Volkes!?

In der Hauptstadt wurde gerade vom Senat ein Berliner Volksbegehren für eine bessere Betreuung in Kindertagesstätten abgelehnt.
Begründung:

„Die angestrebten Veränderungen griffen in die Budgethoheit des Parlaments ein und seien daher unzulässig.“

Nach meinen Vorstellungen sind Politiker Repräsentanten des Volkes, vom Volk gewählt, sie müssten [eigentlich] unsere Interessen berücksichtigen. So habe ich immer den Begriff „Demokratie“ verstanden.
Und diesmal geht es nicht um irgendeinen schnöden Flughafen. Dieses Mal geht es ja „nur“ um die Kinder. [Armes Deutschland.]

{rbb-online ~ Senat lehnt Kita-Volksbegehren ab}

*

Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage Dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüßt,
doch vor allen Dingen:
das, worum Du Dich bemühst,
möge dir gelingen!

Wilhelm Busch

Wärme

Seit meinem Besuch am Wochenende blüht meine Oma auf und sprüht vor Elan. Nun habe ich eine große Sorge weniger, denn sie hat sich nach unserem intensiven und ehrlichen Gespräch dazu entschlossen, meinen Opa bei seiner dreiwöchigen Reha zu begleiten. Sie bleibt nicht allein zuhause. Sie geht wieder raus, unter Menschen, fasst Vorsätze, plant.

Es ist ein schönes Gefühl, dass sie merkt, wie sehr ich sie lieb hab. Es ist schön zu wissen, dass sie mich ernst nimmt und sich meine Worte zu Herzen genommen hat. Es ist schön zu spüren, dass es ihr gut geht.

[...}

Lebe so, dass zu keiner Zeit der Tod dich unvorbereitet findet.

Thomas von Kempen

Sommernacht

Die Bäume tropfen vom Gewitterguß,
im nassen Laub glänzt Mondlicht kühlvertraut,
vom Tal herauf der unsichtbare Fluß
tönt dunkel her mit ruhelosen Laut.

Jetzt im Gehöfte schlagen Hunde an -
O Sommernacht und halbverhangene Sterne,
wie reißt es mir auf eurer bleichen Bahn
das Herz hinaus in Reiserausch und Ferne!

Hermann Hesse

XLV

Stille

Ich hab schon lang keinen Soundtrack mehr gebracht.

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