Ich bin wieder da und habe ein großes Projekt mitgebracht.
Wieder einmal waren meine Eltern ein Thema an diesem Wochenende. Nun habe ich heute den Entschluss gefasst, sie in den nächsten Tagen anzurufen und einen Termin für eine Aussprache mit ihnen zu vereinbaren. Es wird sicherliche keine Versöhnung werden. Jedoch ist mir klar geworden, dass ich in einem Punkt nicht besser bin als sie - ich trage meinen Stolz vor mir her. Ich werde ihnen nicht zu Kreuze kriechen, sondern lediglich die Courage zeigen und mich dieser Problematik stellen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe mich bemüht. Ich werde versuchen, ihnen meine Sicht der Dinge zu formulieren. Ich besitze die Ruhe und habe keine großen Erwartungen an dieses Treffen. Wenn man eine Situation des Schweigens besitzt, hat man nichts zu verlieren. Manchmal komme ich mir vernünftiger und erwachsener als meine eigenen Eltern vor…
Ich werde im Herbst ein viertel Jahrhundert alt. Auf meinen Geburtstag folgt ein langes Wochenende. Ich plane, diese drei Tage in meiner Geburtsheimat zu verbringen - mit meiner Familie. Meine Großeltern, meine Onkels und Tanten, Cousins und Cousinen - alle komplett im Haus meiner Oma vereint, quasi eine Art Familientreffen. Ob meine Eltern dabei sein werden, ist für mich irrelevant. Nur der Gedanke einer eventuellen Abwesenheit meines Bruders versetzt meinem Herzen einen kleinen Stich. Zweieinhalb Monate vor meinem Geburtstag habe ich diesen Traum.
In der letzten Silvesternacht habe ich mir den Vorsatz genommen, mich in diesem Jahr meinen Problemen und Ängsten zu stellen - das habe ich bis jetzt nicht vergessen.