Immer öfter „verirren“ sich Leser in die Dunkelkammer, welche über die Googlesuche sowie über Verlinkungen hierher gelangen. Ich habe lange überlegt, bevor ich mich für diese Thematik in einem Blog entschied – denn mir war klar, dass dieser Punkt unweigerlich wieder erreicht wird, mein Blog wird „publik“. Für mich bedeutet das, dass Menschen, die ich nicht persönliche kenne, meine Gedanken und Gefühle mitlesen können.
Ich habe mein altes Blog geschlossen, ohne lang darüber nachzudenken. Die Zwergenfamilie existierte nicht mehr so, wie sie ursprünglich gewesen ist. Mit der Trennung hatten wir unsere Haustiere, sieben an der Zahl, wie Kinder untereinander aufgeteilt. Nun sind mir noch zwei Lieblinge geblieben. Ich hoffe, dass sie mir noch ein Weilchen erhalten bleiben, denn sie gehören bereits dem Seniorenalter in ihrer Art an. Jedenfalls hatte die Zwergenwiese ausgedient, sie passte nicht mehr zu mir. Im selben Augenblick erblickte der erste Post in der Dunkelkammer das Licht des weltweiten Webs. Die URL hatte ich mir bereits vor einiger Zeit reserviert, aber irgendwie passte der Anfang nie. Den Link hierher gab ich nur an eine handvoll wirklich guter Freunde weiter. „Schuld“ an diesem Blog ist eine sehr gute Freundin – weit, weit weg. Sie empfahl mir ein Tagebuch – oder halt ein Blog in Tagebuchform, in welches ich meine Gedanken und Gefühle niederschreiben könnte.
Durch diese zunehmenden Besuche frage ich mich, inwiefern meine Texte für jemanden verständlich sind, der mich nicht persönlich kennt. An manchen Tagen landet hier mein Seelenmüll. Ich bezweifle, dass immer alles für jeden Leser nachvollziehbar ist. In manchem Momenten schreibe ich hier eins zu eins nieder, was mir just in diesem Augenblick durch den Kopf geht, ungeordnet, manchmal nur ein paar Fragmente eines Gedankens, weil er nicht in Worte zu fassen ist. Bloggt man anders, wenn man weiß, dass mehr Menschen mitlesen, als ursprünglich eingeweiht waren?




