Archiv fürApril, 2008

Es wird später

Stau auf der Autobahn.

[Welche Art Fotos wählt man aus, wenn man 24 Jahre seines Lebens sowie die jetzige Lebenssituation in Bildern zeigen möchte?]

Auszeit

In etwa einer Stunde werde ich Berlin verlassen und mir ein paar Tage Auszeit auf Rügen gönnen. Meine Seele muss mal durchatmen…

Hier geht es am Sonntag weiter.

Das schwarze Schaf

Ich kann mich einreihen in die schwarzen Schafe der Familie. Ich bin eine schlechte Tochter. Ich bin egoistisch und ich enttäusche meine Großeltern. Ich mache den Fehler, zu sagen, was ich denke und gehe meinen eigenen Weg. Ich bin undankbar, wenn ich meinen Eltern vorwerfe, dass sie zu wenig Zeit mit mir verbringen. Ich habe sie zu mir eingeladen, ins Restaurant, in den Tierpark. Wir sehen uns nur, wenn ich zu ihnen fahre und mich dort auf die Couch setze. Es steht mir nicht zu, ihnen dies als Tochter vorzuhalten. Sie haben schließlich Probleme. Ihnen steht das Wasser immer bis zum Hals. Ich bin unverschämt, wenn ich sage, dass jeder seine Sorgen mit sich rumträgt. Es ist ihnen unverständlich, dass ihre Tochter ebenso wie sie mitten im Leben steht und wenig Zeit hat. Sie merken es nicht, wenn ich sie brauche. Nur ihnen geht es schlecht. Immer.

Meine Eltern haben mir ein lebenslanges Andenken mit auf den Weg gegeben. Sie sind Schuld an dem Päckchen, was ich ständig mit mir rumtrage. Mal ist es leichter, mal drückt es schwer auf die Seele. Jede depressive Phase, die ich lebend überstehe, macht mich stärker. Und gleichzeitig noch zerbrechlicher.

Ich habe gelernt, mit der Depression zu leben. Es gibt Monate und Jahre, das lässt sie sich nicht blicken. Doch es gibt Tage und Wochen, da ist mein Leben grau. Ich habe Stimmungsumschwünge.

Der erste Sturm nach dem Telefonat mit meinen Großeltern legt sich. Der Anruf bei meinem Onkel hat beruhigt.

Manchmal habe ich diese Familie satt. Obwohl ich sie so sehr liebe.

XXXV

[...}

Du kannst die Welt nicht verändern,
du kannst andere Menschen nicht verändern.
Du kannst nur dich selbst und deine eigene Sicht auf die Dinge verändern.

[unbekannt]

Fensterplatz

Feuerwerk über Marzahn. Bequem vom Deluxe-Platz am Fenster zuschauen können – unbezahlbar.

Ich liebe Feuerwerk.

Ein Blick

Manchmal, wenn ich mich an einen ganz bestimmten Moment erinnere, dann beginne ich für einen kurzen Augenblick, an die Liebe auf den ersten Blick zu glauben.

Rausgerutscht

„Schnucki“.

Seelenspiegel

{Ich blicke in den Spiegel.}
Mich schaut ein Kind an, dem seine Eltern fehlen.
Ich sehe eine junge Frau, die ihren Weg aus den Augen verloren hat. [Sie sucht nach Dingen, die sie glücklich machen. Ein Duft, ein Geräusch, ein Bild, ein Lied. Einen Augenblick erfüllt sein mit Glück. Die Dämonen aus der Seele vertrieben, der graue Schleier einen Moment gelüftet.]
Ihr ist die Freude am Leben abhanden gekommen. Sie sucht.

{CiNeMa}

„Don Juan deMarco“ mit einem brillanten Johnny Depp.

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