Als ich im September letzten Jahres kreuz und quer durch Deutschland reiste, saß ich an einem Abend mit einer sehr guten Freundin in einem gemütlichen Restaurant. Es waren ehrliche und offene Worte, die während unseres Gespräches dort - und viel später am Abend bei einem langen Spaziergang - zwischen uns fielen.
Zu diesem Zeitpunkt führte ich noch ein “offenes” Weblog, welches auf eine breite Leserschaft eingerichtet war. Mit der Trennung im November stellte ich meine Aktivitäten dort ein und erinnerte mich an die Worte von oben benannter Freundin. Sie gab mir den Rat, in meinem Blog meine Gefühle und Gedanken niederzuschreiben, um ihnen Herr zu werden.
Nun war es mir jedoch nicht recht, aller Welt meine Seele zu Füßen zu legen. Schließlich hatte mein altes Blog nicht nur eine handvoll Zugriffe am Tag, wie es hier in der Dunkelkammer der Fall ist.
Mit dem Ende der Beziehung begann für mich im Leben ein neuer Abschnitt und symbolisch vollzog ich es im Internet ebenfalls, indem ich den Ratschlag beherzigte und hier neu anfing. Intimer, kleiner, jedoch absolut ehrlich und authentisch. Ich weiß, dass hier für den Leser hinter so manchem Eintrag ein großes Fragezeichen steht. Doch hauptsächlich schreibe ich für mich. Jeder Eintrag ist ein Versuch, meine Gefühle greifbar zu machen, indem ich sie in Worte einfange. Wie die Worte in jedem Satz, den ich schreibe, so versuche ich hier, meine Gedanken zu ordnen.
Ich mag es zu schreiben - mit Wörtern, Satzzeichen, Sätzen und Absätzen zu experimentieren. So, wie ein Musiker mit den Noten spielt, spiele ich mit den Worten und versuche, ihnen eine Melodie einzuhauchen.
Noten und Buchstaben sind mein Leben. Ich weiß nicht, auf was ich eher verzichten könnte - auf Musik oder auf literarische Werke. Ich weiß nur, dass ich in beides eintauchen und mich darin verlieren kann. In einem guten Song ebenso wie in einem Buch.